Aktuelles

Kulturnacht GP 2022

 

Göppinger Kultur-Nacht am 25. Juni 2022 von 19 bis 01 Uhr - Station 14, Galerie Alter Ego, Schulstraße 12

 

„Menschenkinder“

Die Künstler Erwin Heigl, Ernst Lutz und Siegfried Wagner setzen sich in ihren
unterschiedlichen Bild-, Form- und Farbsprachen mit dem Thema „fili hominis“
auseinander.

Mit experimenteller Digitalgrafik von Ernst Heigl, altmeisterlicher Malerei von Ernst Lutz und humorvoller Karikatur von Siegfried Wagner wird in der Ausstellung eine spannende Sicht auf ein Grundthema der Kunstgeschichte ermöglicht.

Ab 19:00 Uhr werden Ilona Abel-Utz und Alexandra Funk im idyllischen Innenhof jeweils zur vollen Stunde Kindergedichte und Kinderlieder vortragen.

 

MenschenKinder

 

Neue Ausstellung des FELA im Alter Ego in Göppingen

In unserer Galerie "Alter Ego" in der Schulstraße 12 (Hofheinz-Döring-Haus) in Göppingen wurde eine neue, beeindruckende Ausstellung eröffnet. Zu sehen sind:

MENSCHEN
KINDER

Digitalgrafiken von Erwin Heigel

21. Mai bis 25. Juni 2022, geöffnet Sa und Mi 11 - 13 Uhr. Eintritt frei.

Die Werke der zwei Bildzyklen entstanden aus der Betroffenheit und Auseinandersetzung des Künstlers mit den Bildern der Fotoreportagen über den Krieg in der Ukraine.

Zum Bildzyklus „Daily News – Flüchtlingskinder an Europas Grenzen“ sagt der Kunstler selbst: Die Bildsequenz ist ein Versuch, die Reportagen des Flüchtlingselends, insbesondere der Kinder, so zu dekonstruieren, dass wir aus der Lethargie der Medienkonsumenten heraustreten, unsere Betroffenheit spüren und eine aktive, produktive Rolle einnehmen können. Indem meine Bilder aus den Massenszenen Einzelschicksale herauslösen und diese verfremden, können wir uns selbst ein Bild machen.

Und zum Bildzyklus „Face of Liberty - Die dunkle Seite der Freiheit“: Die Bildsequenz ist meine tägliche Übung, meiner Ohnmacht Gestalt zu geben, das Unfassbare dadurch erträglich zu machen, dass ich, subjektiv, in meiner Bildsprache ausdrücke, was die Fotoreportagen aus der Ukraine auslösen: Wut, Scham, Panik, Hoffnungslosigkeit …. Mit dieser Serie versuche ich, meine Ohnmacht zu verarbeiten.

Am Samstag, den 28. Mai, 11:00 Uhr wird ein Künstlergespräch stattfinden. Friedemann Binder wird die Gäste dabei auch in die Ausstellung einführen.

 

 

 

Radierungen von Inge Krippendorf

 

Die Galerie Alter Ego in der Schulstraße 12 in Göppingen zeigt neue Radierungen der Göppinger Künstlerin Inge Krippendorf.

 

Mit einem Empfang am 19. 3. 2022 wird die Ausstellung um 11.00 Uhr eröffnet werden.

 

Sie wird dann bis 30. April jeden Samstag von 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr zu besichtigen sein.

 

Unter der Telefonnr. 0 71 61 - 4 94 19 können weitere Termine vereinbart werden.

 

Seit nunmehr 33 Jahren radiert und druckt Inge Krippendorf an der VHS Göppingen. In die Technik des Kupfertiefdrucks wurde sie von dem verstorbenen Dozenten und Bildhauer Alexander Hagenmeyer eingeführt. Zuvor hatte sie das grafische Handwerk noch in einer Zeit erlernt, als man manuell skizzierte, zeichnete, kalligraphierte und retuschierte. An der Technik des Radierens fasziniert die Künstlerin das stundenlange Ätzen der Druckplatten, das Drucken in verschiedenen Farben, darunter auch von Blinddrucken und das Kolorieren des fertigen Blattes. Ihre Motive sind skurril und ein bisschen hintergründig, manchmal schräg und irrwitzig – aber niemals böse gemeint. Außerdem legt sie großen Wert auf entsprechende Untertitel. So erst entsteht durch Bild und Text eine künstlerische Einheit. Wenn sich der Betrachtende daran erfreuen kann und schließlich schmunzelt oder sogar darüber lacht, dann ist es das, was die Künstlerin eigentlich erreichen will.

 

Krippendorf - Suppenschüsselmädchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eröffnungsrede von Prof. Ulrich Klieber

anlässlich der Ausstellung

 

Ernst Lutz

 „Inszenierung“

 Schloss Filseck, 2021

 

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren.

Liebe Kunstfreunde.

Liebe Freunde von Ernst Lutz.

 

Ernst Lutz. Kloster Adelberg. Prälatur.

Linker Gebäudeflügel. Eine dicke Mauer umgibt das historische Areal.

Schutzraum. Geborgenheit. Klare Begrenzung.

 

Ernst Lutz passte hierher. Das war sein Rückzugsort. Ort der Stille und Konzentration ...

Entschleunigung auch vor Corona. Sein täglicher Gang zum Zigarettenautomat.

Manchmal sind wir uns dort begegnet. Seine Sprache leise. Man musste genau hinhören.

Gleichmaß. Lange Pausen. Sein Lächeln, sparsam, manchmal gequält. Melancholie lag in der Luft.

 

Ernst Lutz passte in dieses klösterliche Ambiente. Er war Maler. Vollblutmaler. Das Malen war sein Leben.

 

Ernst Lutz.

1941 geboren in Eislingen. Studiert an der Stuttgarter Kunstakademie bei Günther Böhmer und Walter Rabe. Gestorben 2008.

 

In diesem Jahr wäre er 80 geworden. Eine Geburtstagsausstellung.

 

„Inszenierungen“

Ernst Lutz, ein figürlicher Maler. Im Zentrum stand der Mensch. Ein Thema, lange nicht im Fokus, heute ist es wieder voll da. Vielleicht galt er deshalb als „unzeitgemäß“? Was heißt das schon.

 

Bei ihm paarten sich handwerkliches Können mit freiem, lockerem Pinselstrich.

Er beherrschte sein Handwerk total!

Pigmente, Farben anreiben, Lasurmalerei, Alla-Prima-Malerei. Alchemist und Eigenbrötler.

Einige Jahre lehrte er an der Freien Kunstschule in Stuttgart und gab sein Wissen weiter.

Nach vier Jahren gab er alles wieder auf. Rückzug total.

 

 

Auf der Einladungskarte zur Ausstellung die Abbildung „Große Sitzende“. Vielleicht ein programmatisches Bild:

Einzelfigur. Den Blick vom Betrachter abgewandt. Lässig sitzend im Lehnstuhl. Kontraste.

Hell und dunkel. Die Palette ist stark eingeschränkt. Rot, braun, ocker, weiß, Licht und Schatten.

Keine Inszenierung, wie eine Momentaufnahme im Blitzlicht der Kamera. Der Mund ist leicht geöffnet. Das Gesicht, ein kurzer Augenblick festgehalten. Ein kurzes Drehen. Ein Aufmerken.

Ein kurzes Antworten. Motive wie dieses gibt es viele, doch eine Art der Inszenierung?

 

Alles ist da. Die Haut, die Wangen, die Stofflichkeit der Bluse, die locker fallenden Haare. Und, immer wichtig bei Ernst Lutz: die Hände. Eine Hand ruht entspannt auf der Stuhllehne. Die andere frei baumelnd nach unten hängend. Naturalistisch.

 

Aber da ist vor allem diese Malerei: alles wie spontan hingeschrieben. Alles sitzt. Kein Klein-Klein. Fleck neben Fleck. Keine Korrekturen. Alles da.

Ein Könner mit unverwechselbarer Handschrift.

Er bemüht nicht die Linie, nicht die Kontur, nicht die Zeichnung.

Die Malerei entsteht aus dem Fleck heraus. Er entwickelt die Gegenstände.

Ernst Lutz. Figurengruppen. Inszenierungen. Mozart.

Ernst Lutz war belesen und liebte die Musik. Vor allem Mozart. Nie hat er eine Opernaufführung besucht. Die Bühnenbilder entstehen in seinem Kopf. So stellt er sich die einzelnen Akte vor. So stellt er sich die Akteure und Sänger vor. Hier wird Ernst Lutz zum „Bühnenbildner“

Heitere ausgelassene Szenen begegnen uns. Lachen und Singen.

Die Palette bleibt dunkel-düster.

Gedeckte Farben. Einzelne Lichtreflexe schaffen leuchtende Akzente. Wieder fleckhaft, wieder plastisch sicher hingeworfen. Wieder das Licht, das alles in Dramatik taucht.

 

Seine Kunst ist auch die Kunst des Weglassens. Die Andeutung genügt.

Der Betrachter wird herausgefordert und ergänzt und komplettiert das Bild in seiner Vorstellung. Offen sein. Spannung erzeugen.

 

Ernst Lutz steht nicht still. Und manchmal bringe ich ihn mit David Hockney in Verbindung. Da gibt es Gemeinsamkeiten: der Rückzug. Jüngst erschienen das Büchlein zu Landschaftsbildern in der Normandie und ein Beschwören an das Leben: „Spring cannot be cancelled.“

 

„Ich habe kein Problem die Leute zu langweilen. Aber ich habe ein Problem mich selbst zu langweilen.“, soll David Hockney einmal gesagt haben. So geht er immer weiter; er beschreitet neue Wege. Auch den der computer-generierten Bilder mit dem iPad.

Wie bei Ernst Lutz. Synthetisch, einheitliche flache Oberfläche, eine unverwechselbare Farbsprache. Weich und künstlich.

 

Die Veränderung der Werkzeuge gebiert immer wieder neue Impulse.

Ernst Lutz, der Suchende.

Die Farbpalette verändert sich. Da war zunächst die dunkle, tief-braune Farbigkeit, wie wir sie von Rembrandt her kennen. Sie hellt sich nach und nach auf. Wird schreiend bunt und laut. Schrill.

Leuchtende ungemischte Akkorde.

Das Gestische gewinnt die Oberhand. „Rechtzeitig aufhören!“ Fast schon möchte man an die informelle Malerei eines Sonderborg oder K.O. Götz denken.

 

Aber! Die Figur bleibt stets zentrales Thema und die handwerkliche Könnerschaft scheint immer durch.

 

Nicht zu vergessen. Was hier nicht ausgestellt wurde … Die wunderschönen Zeichnungen und feinnervigen Holzschnitte.

 

„Inszenierung“ - ein Stück beim Theater und „künstlerisches Gestalten“: so definiert es der Duden.

Bei Ernst Lutz immer beides.

 

Von meinem Balkon aus konnte ich hinübersehen zu ihm. Er am Fenster. Ich hier. Manchmal winkten wir uns zu.

 

Heute ist sein Fenster weit aufgerissen.

Ein großer Müllcontainer wurde bereitgestellt. Aus dem Fenster fliegt im Minutentakt, unter lautem Getöse, das Inventar der Wohnung: Bücher, Malbretter, Papier, Porzellan, Geschirr, Möbel, Metall, alles Mögliche.

Ein krachendes Geräusch, bei jedem Aufschlag. Ich traue mich nicht hinüberzugehen.

Entrümpelung. Auflösung. Ende.

Die Zeit heilt alle Wunden. Nicht alle. Die Zeit ist aber Korrektiv. Sie rückt zurecht. Auch Stille und Zurückgezogenheit finden dort ihren Platz.

 

Was bleibt?

Die Bilder von Ernst Lutz und die Erinnerung.

Die Bilder. Sie begegnen uns immer wieder.

 

Auf meinem Gang zum Rathaus in Adelberg.

Auf meinen sinnlosen Spaziergängen durch die Göppinger Innenstadt, während der Coronazeit.

Durch die Scheiben einer Galerie begegne ich mittelgroßen langgestreckten Arbeiten von Ernst Lutz.

Locker im Raum gruppiert. Eine Inszenierung zu Don Giovanni und Figaro.

Heute hängen sie als fortlaufende Reihe hier in der Ausstellung.

Dann ist da das Plakat mit der Sonderedition zu Ernst Lutz, das mir hin und wieder begegnet.

Und natürlich die Ausstellung heute als Geburtstagsgeschenk an Ernst Lutz.

Und vielleicht schaut er uns ja mit einem milden Lächeln gerade zu.

 

Vielen Dank

 

Prof. Ulrich Klieber

 

 

 

 

Serigrafie Zwei Frauen

 

 

Unsere Sonderedition
im KIOSK

 

Tuschezeichnung von Ernst Lutz

 

Zwei Frauen

 

Serigrafie im 2-Farben-Druck 20 x 28,5 cm auf 21 x 29,5 cm
in limitierter Auflage von 200 Stück, nummeriert, ungeramt

 

bis Ende Januar zum Subskriptionspreis von 70 EUR erhältlich

 

Bestellbar jetzt auch im Göppinger KIOSK von stauferdruck:

 

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